Heroischer Dreck

Erstveröffentlichung in SFT 3/77 von Hans-Joachim Alpers und Uwe Anton (Sept. 1977)

1. Vorbemerkung
Die folgende Arbeit soll eine Form der Trivialliteratur ins Bewußtsein rücken, die im Schatten der Science Fiction und der Weird Fiction (Horrorliteratur) nun auch in der BRD häufiger in Erscheinung tritt: Heroic Fantasy, auch Sword & Sorcery oder Schwert & Magie-Literatur genannt. Sie kommt in der Regel als Science Fiction, Science Fantasy oder schlicht als Fantasy auf den Markt, ist im Rahmen dieser Gattungen aber als wenig repräsentativer Teilbereich anzusehen.

Der notwendig begrenzte Umfang der Arbeit läßt keine Gesamtdarstellung, sondern nur die Behandlung von Teilaspekten zu. Einer Reihe von interessanten Querverbindungen konnte nicht nachgegangen werden. So konnte die unterschwellige Sexualität der Heroic Fantasy nur gestreift werden; desgleichen wäre der auffallende Hang zum Serienhelden in der Heroic Fantasy im Kontext mit der Serienproblematik von Trivialliteratur zu untersuchen (1).
Heroic Fantasy erscheint heute in der BRD vorwiegend in Taschenbuchform bei Verlagen wie Moewig, Heyne und Ullstein. Der Versuch des Moewig-Verlages, eine Heftreihe (2) zu etablieren ist gescheitert; die Serie wurde wieder eingestellt. Den Verfassern war neben der Bestandsaufnahme und dem Ansatz einer Zuordnung die gesellschaftliche Komponente wichtig. Aus diesem Grunde wurde auf Aktualität und Nachprüfbarkeit – die häufig bei Trivialliteratur Mühe macht – Wert gelegt. Der größte Teil des behandelten Materials ist in der BRD erschienen und noch auf dem Markt erhältlich.

2.1 Fantasy als Teil der Trivialliteratur (Entwicklung der fantastischen Trivialliteratur unter literarischen und ideologiekritischen Gesichtspunkten)

Natur – und Gesellschaftswissenschaften haben im Laufe der Jahrtausende Beobachtungen angestellt, Gesetzmäßigkeiten postuliert, solche Gesetze experimentell erhärtet und schließlich aus einer Gruppe von Gesetzen übergreifende Theorien entwickelt. Die mythischen und magischen Erklärungsversuche früherer Generationen wurden dabei mehr und mehr widerlegt und in den Hintergrund gedrängt.
Der Widerspruch zwischen vorhandenen Informationen und ihrer Nichtanwendung einerseits, zwischen ihrer Anwendung und ihrer erneuten Mystifikation durch Entfremdungsmechamismen in der Organisation von Wissensvermittlung und gesellschaftlicher Arbeit andererseits sowie die psychische Verelendung – Leistungsdruck, Oberforderung, Kontaktarmut, Existenzangst, Vereinzelung, Personalisierung gesellschaftlicher Defekte – im Kapitalismus führt jedoch dazu, daß mythische und magische Vorstellungen weiterhin latent vorhanden sind.
Die Trivialliteratur bedient solche Bedürfnisse nach Flucht in Welten, deren Strukturen einfach, deren Hintergründe kompliziert und dabei erklärt mystisch-magisch sind und gleichzeitig in der Realität nicht vorhandene Stärke und Durchsetzungsfähigkeit des Lesers gegeben ist. Dies mag für den Moment als Erklärungsmodell genügen, wieso die HF vor dem Hintergrund der jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse zu sehen ist und nicht isoliert als eine kompakte Literatur betrachtet werden darf. Literaturgeschichtlich lassen sich bestimmte Strukturen und Handlungselemente bis weit in die überlieferte Literatur früherer Jahrhunderte zurückverfolgen. Die Genesis verläuft dabei vielfach parallel oder identisch mit der SF, greift aber im Grunde weiter und tiefer, da die mystisch-magischen Motive in der HF wieder unverfälschter ans Licht kommen. Für die HF gilt jedoch wie für die SF, daß es sich in beiden Fällen literarisch, intellektuell und ideengeschichtlich um Regressionen handelt, die in der Masse ihrer Produkten weit hinter die frühen Stadien der Entwicklung zurückfallen.
Die Stufung ist etwa so zu sehen, daß trotz direkter Übernahme von Motiven aus dem mythischen Bereich die HF regressive SF ist, während SF (unter anderem) als regressive Utopie gelten kann. Inhaltlich lassen sich in der HF die zurückgestuften SF-Motive genauso nachweisen wie im Distributionsbereich, wo HF stets im Huckepack der SF auftaucht. (3) Wie Andrzej Zgorzelski feststellt, besteht ein Merkmal „romantischer" Fantasy darin, daß sie eine Atmosphäre der Hilflosigkeit und Dimensionen aufbaut, in denen der agierende Mensch mikroskopisch klein, unbekannte Kräfte und Mächte dagegen riesig erscheinen. (4)
Die Untersuchung der Story „The Wind" von Ray Bradbury läßt ihn darüber hinaus zu der Erkenntnis kommen, daß im Mittelpunkt solcher Fantasy meistens eine metaphysische Idee steht, also nicht die romantische Betrachtung des Menschen, sondern eine romantische Zuordnung von Mensch und Universum. Diese metaphysische Idee ist gelegentlich größeren metaphysischen Gedankengebäuden (etwa heutigen oder auch archaischen Religionen) entnommen, aber selbst dann meistens reduziert auf bestimmte Ausformungen (Geister, Engel, Götter, Riten, Jenseitsvorstellungen). Diese Ausformungen, ob nun einem zusammenhängenden Gedankengebäude entnommen oder nicht, setzen sich zusammen aus willkürlichen Details der Wirklichkeit, die in das Phantastische hinein deformiert wurden (5). So kann aus einer zehn Zentimeter großen Echse ein zehn Meter langer feuerspeiender Drache werden, aus einer steinernen Kultfigur ein wahrhaftiger Dämon, aus einem Hurrican ein denkendes Wesen. Hexengebräu, Zauberstäbe, Bannflüche, Götter und Dämonen sind hierbei meistens Projektionen von Funktionen, die durch Arbeit und Produktionsmittel auch in der Realität zu leisten sind. Heutige Autoren der Fantasy und ihre Produkte sind deshalb anders zu bewerten als solche früherer Jahrhunderte. Zwar kam der Fantasy bzw. der phantastischen Literatur niemals ein großer aufklärerischer Wert zu, aber in einer rätselhaften, undurchschaubaren Welt erscheint manche phantastische Konstruktion legitimer als sie es heute noch sein kann. Immerhin kamen dämonisch verzerrte Jekyll-Hyde-Versuche in ihrer Art der späteren Psychoanalyse schon recht nahe. Einen Sturm mit einem übernatürlichen Wesen zu identifizieren, erscheint so lange akzeptabel, wie man sich über das Aufsteigen erhitzter Luft und deren Sogwirkung auf benachbarte Luftschichten nicht im klaren ist. Einen Sturm wider besseren Wissens immer noch als lebendiges Wesen zu sehen, heißt jedoch, Erkenntnisse über die Natur zu dämonisieren, Anti-Aufklärung zu betreiben und im Angesicht von durch Ratio und gesellschaftliche Veränderungen lösbaren Aufgaben die alten heidnischen Götter auszugraben. Dahinter steht die Sehnsucht des Kleinbürgers, von den Produktivkräften unabhängig zu werden und mit einem Zauberspruch – ohne Arbeiter und Fabriken – gebratenen Gänse in den Mund fliegen zu lassen, das kompliziert erscheinende Herrschaftsgeflecht durch unantastbare Führer und Götter sadistisch-masochistisch aufzulösen.
LIN CARTER, amerikanischer Fantasy-Fan, der wie sein deutsches Pendant HUBERT STRASSL auch als Autor und Herausgeber ·arbeitet, setzt den Ursprung der Fantasy beim GILGAMESCH-EPOS an, läßt dann bei seinen Raubzügen in die klassische Literatur kaum etwas aus, das Rang und Namen hat, ob HOMER, VERGIL, MALORY, MILTON oder ARIOST, nennt den BEOWULF, „Vathek“ und „Alice im Wunderland“ und stößt schließlich zu Autoren wie WILLIAM MORRIS, LORD DUNSAY und E.E. EDDISON vor. (6) MORRIS schrieb 1894 mit „The Wood Beyond the World“ so eine Art Stammwerk der modernen Fantasy, während DUNSAY, EDDISON, JAMES BRANCH CABELL und später J.R.R. TOLKIEN einige Höhepunkte der Gattung markieren, allerdings nur, wenn man Gesichtspunkte gelten läßt, die den Weg zur HF ebnen. Die breitere und viel bedeutendere Strömung der phantastischen Literatur (in Amerika POE, BIERCE, HAWTHORNE, TWAIN – um nur ein paar Namen zu nennen, von der russischen Phantastik, der deutschen Romantik, den britischen GOTHIC TALES und den restlichen europäischen, asiatischen und arabisch/afrikanischen Literaturen ganz zu schweigen) kann im Rahmen dieses Aufsatzes nicht einmal gestreift werden. Unverzichtbar erscheint jedoch ein kurzer Exkurs zur Sagen – und Märchen· weit, aus dem die Topoi des HF-Genres zum größeren Teil entlehnt wurden.

2.2. Exkurs: Märchen und Sagen
Märchen, Sagen, Legenden und Fabeln sind ihrer Tradierungs – und Rezeptionsgeschichte nach vorwiegend Erzählungen für Erwachsene gewesen, bevor sie der Kinderliteratur zugeschlagen wurden. (7) Märchen entstanden dabei vermutlich überwiegend in den unteren Klassen, während die Sagen, Legenden und Fabeln Produkte der Herrschenden sind. (8) Ihre Erzählmuster sind nahezu identisch und lassen sich mit denen der Trivialliteratur heutigen Stils vergleichen. Es wurde dem ehemaligen Leser mehr Bekanntes als Neues geboten, ferner die Bewältigung von Situationen, denen er in der Realität hilflos gegenüberstehen würde. Liebe, Haß und Wahnsinn, Verklärung, Jugend und Alter werden auf Urformen reduziert und nicht weiter hinterfragt. Der Kampf Gut – Böse taucht zentral als existenzielle Triebkraft auf und spielt sich häufig unter Hinzunahme metaphysischer Elemente im Bereich des Mythischen oder Übersinnlichen ab. Stoff und Aussage sind konzentriert, direkt, konkret und überschaubar, dabei dosierbar und variabel. Die Ereignisse summieren sich in rascher Abfolge. (9)

Bereits KANT warf dem Märchen vor, daß es das Kind täuscht und der Realität entfremdet. (10). Dem steht allerdings gegenüber, daß Märchenwelten im Wechselspiel mit der Realität Phantasie und vielschichtiges Denken fördern können und Fragen aufwerfen. So ist im Märchen ein Moment der Revolte angelegt (34), der Sieg der Unterdrückten und zunächst scheinbar Schwachen über Peiniger und dunkle Mächte könnte ein Potential für den Willen zur Veränderung einer schlechten Realität schaffen. Die Sage dagegen bildet erduldetes Geschick ab und will belehren. Sie fixiert eine starre Welt der Herrschenden, die unerschütterlich erscheint und deren Gesetzmäßigkeiten dem menschlichen Zugriff entzogen sind-
In den JOHN-CARTER – ABENTEUERN geht es um einen Amerikaner, der
plötzlich auf den Mars versetzt wird, dort gegen Piraten, Verräter, Riesen Mars versetzt wird, dort gegen Piraten, Verräter, Riesenaffen und andere Feinde kämpft, meistens auf der Spur von Entführern der schönen Prinzessin Dejah Thoris. Der Mars ist bevölkert von diversen Völkern, von freundlich gesonnenen vierarmigen Riesen, von Humanoiden mit doppeltem Oberkörper, von Echsenwesen etc. Auch der Feinde gibt es viele: Neben den erwähnten intelligenzbegabten muß sich Carter ständig gegen geflügelte Löwen, schöne, aber (gerade deshalb) gefährliche Prinzessinnen etc. durchsetzen. Das tut er mit den verschiedensten Mitteln: Sein liebster Wegbegleiter ist ein Schwert, aber es fehlt auch nicht an technischen Errungenschaften wie Fluggleiter etc. die die völlig unindustrialisierten Völker auf dem Mars eben erschaffen haben (obwohl augenscheinlich ist, daß sie dazu die Mittel nicht besitzen können).
Carter ist den Marsbewohnern natürlich überlegen: Rassisch sowieso (es wimmelt nur so von primitiven Charakteren, Burroughs betreibt eine unglaubliche schwarz/weiß-Zeichnung der Charaktere, bei ihm ist die Gestalt entweder positiv (heldisch, Carter treu ergeben, kämpft sich mit ihm durch alle Gefahren, wie etwa der vierarmige Tara Tarkas) oder negativ (verräterisch, fies aussehend, gemein, mit verschlagenem Blick und häßlicher Gestalt nur auf sein eigenes Wohl bedacht, feige etc.) – aber auch durch eine,logische‘ Erklärung: Die Schwerkraft auf dem Mars ist geringer, so daß Carter dort riesige Sprünge machen und auch körperlich große Menschen bzw. Marsianer leicht besiegen kann.
Der VENUS-ZYKLUS ist ähnlich gelagert. Der Amerikaner Carson baut ein Raumschiff (mit dem er zum Mars will, aber von der Sonne aus der Flugbahn geworfen wird!) gelangt zur Venus, verliebt sich dort in die Prinzessin Duare, hat gegen Fischmenschen, Pflanzenmenschen und andere kriegerische Gegner zu bestehen. Auch hier werden Braut und Galan abwechselnd gefangengenommen und wieder befreit.
Diese Abenteuerkette ist nach immer wieder gleichen Mustern aufgezogen, ganz und gar unwahrscheinlich und unlogisch, aber nichts desto trotz geschickt und farbig. Der Leitfaden (die Liebe zu Duare, die von Außenseitern immer wieder bedroht wird – Kidnapping, Mordanschläge, Kämpfe um Königreiche etc.) liefert den roten Faden für den ständigen Wechsel zwischen: den Feinden ausgeliefert sein und Triumph über sie. Dabei gerät Carson natürlich auch in,politische‘ Differenzen: die revolutionäre Bewegung des Thorismus (mit Zügen des Kommunismus) wird von Carson bekämpft. Denn die Thoristen sind 1. genetisch minderwertig (sie entführen Frauen, um damit intelligenten Nachwuchs zeugen zu können) 2. anmaßend in ihrer Dummheit (Intelligenz ist den,besseren‘ Menschen vorbehalten, Emporkömmlinge sind nicht in der Lage, eine Zivilisation aufrecht zuerhalten!).
Natürlich setzt Burroughs das ehemals vorherrschende System der Privilegierten wieder ein. Das dieses System auf Ausbeutung und Sklaventum beruht, ist verständlich – es ist ja nur recht und billig, wenn die,Besseren‘ vor den anderen Leistungen erwarten. Nur die herrschende Klasse ist in der Lage, die faulen, dummen und unfähigen Arbeiter richtig einzusetzen – und sie haben es ja auch gut im vorherrschenden System. Ein durch die Revolution freigewordener Sklave sagt, daß er lieber wieder ein Sklave sein möchte.
Zur Strukturierung der eigentlichen Mantel-und Degen-Handlung tragen fremdrassige Wesen, technische Mätzchen aller Art, Flugboote, Radiumkanonen, die Kristallzentrale eines Tempels, Land-,,Schlachtschiffe", eine Stadt der Wissenschaftler und ähnliche SF-Elemente bei, die aber nur Requisiten sind. Sowohl die Mars – und auch Venus-Serie verteidigen massiv Klassenherrschaft (wie erwiesen durch Begründung mit genetischer Überlegenheit des Adels), nehmen gegen den,,Pöpel" und seine Revolten Stellung und predigen Rassismus und autoritäre Führerprinzipien in höchster Potenz.
Auf Burroughs Spuren wandelt eine ganze A;zahl von Autoren (teilweise mit ihrem Hauptwerk, teilweise mit einzelnen Beiträgen zum Genre). Schon 1920 erschien „The Mad Planet'' des Amerikaners Murray Leinster (20), ein Roman über einen Planeten, bevölkert von Riesen-Pflanzen und -Insekten. Wesentlich stärker wurde der Burroughsche Einfluß jedoch deutlich bei der PERIL-Reihe (21) von Otis Adelbert Kline – Abenteuer auf der Venus, wie sie Burroughs beschrieben hat. Zu dieser Reihe kann man auch die Story „Im Dschungel der Venus" (22) zählen, eine heute völlig unlesbare Geschichte um eine gefährliche Ernte von Pilzsporen. Wie bei Burroughs besteht das Instrumentarium hier aus hochtechnischer Bewaffnung (Einmannflugzeug und Schnellfeuergewehr) und dem typischen Schwert, mit der man seine Gegner mit mehr Schauder-Effekt niedermetzeln kann.
LEIGH BRACKETT, die Frau des SF-Autoren Edmond Hamilton, schrieb eine Mars-Serie Burroughscher Manier (23). Auch in dieser Serie wird der Mars als sterbende Welt mit barbarischen Stämmen, versunkenen Kulturen und mystischen technischen Errungenschaften geschildert, auch hier weicht die Zauberei den ewigen Schwertkämpfen mit den primitiven Barbaren (24). Serienheld ist Eric John Stark (sic !), es dreht sich im wesentlichen um die Eroberung des Mars durch die Terraner. Auch hier wieder die wissenschaftliche Schizophrenie: Bei unbezweifelbar vorhandener Technologie wird das Schwert als handlungstragende Waffe gewählt.
Das Autorenehepaar HENRY KUTTNER und C. L. MOORE schrieb praktisch alles, von der reinen Horrorstory über die Science Fantasy bis hin zur reinen Heroic Fantasy. JIREL VON JOIRY( 2S) ist eine Fantasy-Heldin aus der Ritterzeit des 15. Jahrhunderts, die Königin eines Reiches, die dasselbige mit dem Schwert nicht nur gegen Verschwörer, Aufrührer und sonstige Erzschurken führt, sondern auch noch gegen die Dämonen, die mehr oder weniger zufällig heraufbeschworen werden.
Hier erwähnenswert ist Kuttners ELAK-Zyklus (26), der direkt von R.E. Howard als auch von Lovecraft beeinflußt ist. Kuttner war ein Autor, der ständig Einflüssen unterlegen war und selten etwas Eigenständiges brachte. Ein Kuttner-Roman mit starken SF-Einflüssen ist „The creature from Beyond Infinity“ (27), in dem ein Außerirdischer seit Jahrmillionen in der Erdumlaufbahn wartet und diverse Entwicklungsperioden der Erde mitgemacht hat. So beschreibt Kuttner Szenen über Atlantis und auch Rom/Karthago.
Wieder stärker an Burroughs angelehnt sind die Venus-Romane von Richard S. Shaver (28): Big Jim Steel (!!) erlebt Kämpfe mit Schwert und Strahler auf der wilden, von verschiedenartigen gefährlichen Bestien bewohnten Venus. Auch hier dreht es sich um Steels Freundin. Big Jim Steel und seine befreundeten Venus-Amazonen nehmen es mit der Demokratie jedoch keineswegs ernst: „Wir waren es,... die allein ein Ultimatum unterbreiten, entweder die neue Lebensordnung zu bejahen oder sich den Fortschritt mit Gewalt aufzwingen zu lassen“.
So fordert eine Robot-Königen „die Absetzung sämtlicher Regierungsmitglieder und setzte ihren eigenen Regenten ein“.
Shaver, ein ausgesprochener Vielschreiber, baut seine Handlung jedoch keineswegs so geschickt auf wie Burroughs. Bei ihm paart sich die Reaktion mit einem gehörigen Maß an Unzulänglichkeit.
Auch L.S. de Camp schrieb noch vor seinen Conan-Arbeiten eine Reihe von Science-Fantasy-Abenteuern. Da wäre zunächst einmal seine KRISHNA-Serie (29). Trotz der eindeutigen Zeitbestimmung (2168) benutzt de Camp hier wieder Schwerter und Energiewaffen – ein Merkmal, ohne das sie Science Fantasy wohl nicht auskommen kann. Der Planet Krishna ist eine unterentwickelte Welt voller Urwälder, Sümpfe und Meere. Ob sich ein Terraner nun ein Königreich errichtet (dank der überlegenen Technologie, die Eingeborenen kämpfen u.a. mit Pfeil und Bogen gegen Panzer) oder wieder eine schöne Prinzessin geraubt wird, das Schema ist bekannt. Es fehlt weder an Piraten, hypnotisch begabten Ungeheuern, Meuterer, Verschwörern und Kannibalen, genausowenig wie an Herrenmenschen, Rassismus, brutaler Gewalt als gesellschaftspolitischem Ordnungsfaktor.
Den Obergang zur reinen Heroic Fantasy machte de Camp mit seinen Romanen um Jorian von Novaria (30). einer,humoristischen‘ Serie, in der der Holzhammerhumor von typischer Frauenfeindlichkeit und noch typischeren Gemetzeln überdeckt wird.
Besonders gern allerdings versetzt de Camp seine Gestalten in die Vergangenheit oder in diverse Sagenwelten. Zu diesen Romanen gehören: „Lest Darkness Fall“ (31), in der Martin Padway ins Rom des Jahres 535 zurückversetzt wird. Padway macht kurzerhand ein wenig in Zeitparadoxon, verhindert, daß das Mittelalter stattfindet. Padway bezeichnet sich dank seines überlegenen technischen Wissens als Zauberer, „erfindet“ kurzerhand Dampfmaschinen, Buchdruck, Briefpost, Telegraphie, etc. Dabei begeht de Camp einen Fehler, wie er in der Science Fiction nur allzuoft vorkommt: Die Geschicke einer Welt macht er personenabhängig, übergeht die gesellschaftlichen, moralischen, ethischen, technischen und allgemein kulturellen Zusammenhänge einer Zeit und bringt Erfindungen, für die die Menschen aus ihrem historischen und zeitbedingten Bewußtsein heraus einfach noch nicht reif sind.
Einfache Spielerei dagegen ist es fast, was de Camp seine Helden in „The Glory that was“ (32) zustoßen läßt: Er versetzt sie kurzerhand zurück ins antike Griechenland von Sokrates. Mit,,Mathe-Magie" beschäftigt sich de Camp in seinen HAROLD-SHEA-Geschichten (33). Dort versucht er allen Ernstes, die Magie „wissenschaftlich" zu erklären, er errichtet ein System von Zauberformeln, von dem er glaubt, es sei in sich logisch und geschlossen. In dieser Serie müssen die Protagonisten (Shea und Frau Belphebe) ständig aus der Gegenwart in diverse Sagenwelten fliehen.
Doch nicht nur de Camp ist auf die Idee gekommen, alte Sagen für die neue Literaturgattung „Fantasy" auszunutzen. Die nordischen Sagen seiner Heimat nutzte der durch die Science Fiction bekannte Autor Poul Anderson für seine „Fantasy"-Romane aus, die bekanntesten davon die Erzählungen um HROLF KRAKI. Anderson, der sich durch seine SF-Romane als bedingungsloser Imperialist und Faschist entlarvte – als ein Beispiel von vielen möge hier der Roman „War of the Wingmen", dt. „Entscheidung über den Wolken" stehen – hat in der Heroic Fantasy noch mehr Möglichkeiten, seine reaktionären Muster unter die Leser zu bringen. Aus neuerer Zeit ist der Darkover-Zyklus (34) der amerikanischen Autorin Marion Zimmer Bradley. Schauplatz ist hier der Planet,,Darkover“, während die Charaktere wechseln und nur selten einmal in zwei Romanen auftauchen. Auch geht Bradley auf die zeitliche Entwicklung ein.
Die Darkover-Serie spielt in der Zukunft, der Planet selbst ist wieder bevölkert von verschiedensten Rassen. Die farbig geschriebenen Abenteuer weisen jedoch einen mehr oder minder starken SF-Einfluß auf.
Der SF – und Fantasy-Autor Jack Vance (35) hat ebenfalls einige ScienceFiction-Zyklen verfaßt. Der erste davon ist,,Planet of Adventures“ (36) mit Adam Reith als Hauptfigur. Besagter Reith wird auf den Planeten Tschai verschlagen und hier durch ein wahrlich buntes Völkergemisch gehetzt, immer auf der Suche nach der Möglichkeit, sein Raumschiff wieder instandsetzen zu können. Die einzelnen Völker – die wichtigsten davon die sich feindlich gesinnten und Hilfsvölker haltenden Chasch, Wankh und Dirdir haben verschiedene technologische Entwicklungsphasen – dadurch wird der Kampf mit Laser und Schwert wieder ermöglicht. Vance ist ein Autor, der auf den ersten Blick farbig schreibt. Zwar sind seine Romane oberflächlich bestechend durch Details, weisen jedoch keinen tieferen Hintergrund auf – reine Abenteuerlektüre mit reaktionärem Einschlag.
Recht reaktionär ist auch Vances „Big Planet“ (37), der die Bruchlandung einer terranischen Delegation auf „Big Planet“ schildert. Dieser Roman ist eher zur SF zu rechnen, obwohl das typische Instrumentarium der Waffen-Schizophrenie hier stark auftaucht. Der Protagonist ist ein widerlicher Herrenmenschentyp, direkter Beauftragter des Erdimperialismus. Er bringt wehrlose, gefesselte Gefangene ohne mit der Wimper zu zucken um, metzelt Nomaden und Soldaten nieder und deckt nebenbei noch eine Verschwörung gegen den terranischen Imperialismus auf.
Fast reine Fantasy dagegen sind die Stories und Romane um „Cugel den Schlauen“ (38). Szenerie ist eine sterbende Erde, bevölkert von „menschenfeindlichen Wesen“. Mittels reiner Magie fliegt man mit einer Stadt zum Ende des Universums, die Magier werden mit Schwertern getötet (wie es sich gehört und auch von „Conan“ vorgemacht wurde ). Das ganze Spektrum der Fantasy wird abgerollt, von Gespenstern bis zu Parasiten. Von neuerem Datum ist die „Durdane-Trilogie“ (39). Schauplatz ist der von Menschen besiedelte Planet Durdane, der von den „Anome“ beherrscht wird, die jeden Menschen töten können – einfach per Knopfdruck. Diese feudalistische Welt wird bedroht durch Mutanten, Halbmenschen, etc. Allerdings ist die Technologie hier weiterentwickelt. Funkverkehr, Raketen, Elektrizität sind bekannt. Der Durdane-Zyklus ist kaum der Science Fantasy zuzuordnen, trotz der Exotik, die ja eine Vancesche Spezialität ist.
Selbstverständlich sind damit die Science-Fantasy-Romane keineswegs abgedeckt. Noch viele weitere Autoren wären zu nennen, Robert Moore Williams, E. C. Tubb, Andre Norton (40), Abe Merrit, Ray Cummings, Philip Jose Farmer, um nur einige zu nennen (41).
Auf Andre Nortons „Hcxenwelt“-Romane (42) wird an anderer Stelle noch eingegangen. Die meisten ihrer anderen Romane (sofern es sich nicht um „historische“ Indianer-Abenteuer handelt) gehören auch der Science Fantasy an. Sie laufen zumeist nach dem gleichen Klischee ab: Ein oder zwei SF-Elemente – abgestürzter Raumfahrer, Telepathie o.ä. – vereinigen sich mit viel Dschungel und schönen Wilden nach Indianerart zu keiner Spannung und keiner Aussage.

3.4. Heroic Fantasy
3.4.1 Heroic Fanrasy mit Elementen aus der Weird Fiction

Unzweifelhaft verdankt die Heroic Fantasy der Weird Fiction (Horrorliteratur) sehr viele Motive. So haben die drei Weird-Fiction-Autoren, auf die hier eingegangen werden soll, auch oft Horror und Heroic Fantasy geschrieben (besonders bei R.E. Howard lassen sich da Parallelen finden), teilweise sogar SF.
Lord Dunsany (43) war einer der ersten, die die Weird Fiction mit der allgemeinen Fantasy verbanden. Die Schattierungen seiner Stories reichen von der ziemlich reinen Fantasy wie in „Der Laden in der Go-By Street“ (44) in der Menschen ihre tief verwurzelten Ängste und Leiden (Fahrstuhlphobien, Seekrankheit, etc.) austauschen, über den ziemlich reinen Horror und die primitive Science Fiction („Unsere entfernten Verwandten“) (45) bis hin zur märchenhaft verbrämten Heroic Fantasy (wie in ,,Die Zwingburg so keiner bezwingt denn Sacnoth das Schwert“ (46)), in der eisenharte Drachen, versehen mit empfindlicheren Bleischnauzen (!), Zauberschwerte aus dem härtesten Material der Welt, mutige Krieger und mächtige Zauberer zugleich auftauchen.
Lord Dunsany fand einen Nachahmer in Howard Philips Lovecraft, dessen „Fantasies“ zwar überaus stark Dunsany nachempfunden sind, jedoch wie unfertige Plagiate wirken. Diese Stories sind unbedeutend gegenüber dem Hauptwerk von Lovecraft, dem Cthulhu-Mythos, in dem zwar auch Elemente aus der SF vorhanden sind, ohne daß diese aber einen besonderen Einfluß auf die Geschichten nehmen. Es geht um Obergriffe mächtiger Wesen einer uralten Rasse und bleibt relativ gleichgültig, ob die nun aus der Erde steigen, durch Magie-Beschwörungen oder sich einfach aus dem Kosmos nähern (47).
Der dritte Autor, auf den hier kurz eingegangen werden soll, ist Clark Ashton Smith (48), der einige farbenprächtige Universen erschaffen hat.

So handeln viele seiner Geschichten auf imaginären Kontinenten wie Atlantis oder Hyperborea, in einem fiktiven mittelalterlichen Land Maleant, auf dem zukünftigen Kontinent Zothique, auf dem Mars oder dem von Magie bestimmten Planeten Xiccarph.
Bei Smith sind Horror, SF und Fantasy zu einem unentwirrbaren Knäuel verschlungen. Die Magie des legendären Kontinents Atlantis ist die gleiche wie im zukünftigen Zothique, die Handlungselemente sind gleich. Smith ist ein farbenschillernder, der Dekadenz verhafteter Autor, der die unvorstellbarsten menschlichen Grausamkeiten und Entartungen (49) schildert, das Ganze mit üppiger Fabulierkunst und blumenreichen, fast schon barocken Stil. In dieser Hinsicht ist Smith fast allen anderen zeitgenössischen Autoren (50) stark überlegen.

3.4.2 Heroic Fantasy mit Elementen aus der Science Fiction

Die Tatsache, daß sich die HF an die SF angehängt hat, dürfte vorrangig der Grund sein, daß ein so großes Quantum der HF Legitimation aus dem SF-Instrumentarium bezieht. Ein bißchen könnte auch mitentscheidend sein, daß einige Autoren den Lesern eine Brücke bauen möchten, auf er in die Phantasiewelt flüchten kann, d.h. es wird eine Identifikationsfigur aufgebaut, die aus der Umwelt des Lesers gerissen wird und anstelle des Lesers die fremde Welt besucht. Diesen Vorgang kann die SF mit ihrer Technik natürlich besonders gut ummanteln. Aber ob nun die SF oder die Fantasy mit einem Magier aushilft: die Verbindung ist geknüpft, die Traumwelt erreicht, das Garn der HF kann abgespult werden.
Robert E. Howard hat diesen Kunstgriff selten angewendet, vermutlich deshalb, weil für ihn schwer vorstellbar war, daß sich Menschen unserer Zivilisation in seinen geliebten barbarischen Welten würden behaupten können. Einmal allerdings – kurz bevor er sich 1936, im Alter von nur 30 Jahren, eine Kugel in den Kopf jagte – machte er eine Ausnahme. In „Almuric“ (51) ist der Held Esau Cairn ein Mensch von der Erde, der auf einem barbarischen Planeten groß herauskommt. Aber im Gegensatz zur Kleinbürger-Ideologie, die den durchschnittlichen Kleinbürger befähigt sehen möchte, jede beliebige Heldentat zu begehen, ist Cairn schon als Außenseiter unserer Gesellschaft angelegt. Er ist für Howard gerade deshalb als Held geeignet, weil er in einer zivilisierten Welt verfolgt wird: ein „bärenstarker“, triebhafter Totschläger. Also doch keine Ausnahme.
„Esau Cairn paßte nicht in die Neuzeit ... nach Körperbau und geistiger Einstellung, nach Gefühlen und Instinkten war er ein Atavismus. Seine Zeit war die der Heroen des antiken Mythos, die in der Morgendämmerung unserer Geschichte gewaltige Schlachten schlugen und unglaubliche Taten vollbrachten.“ (52)
Er ist beste Zuchtwahl und entstammt „einer langen Tradition von Gewalt, Familienfehden und Kampf gegen die Natur und die Indianer“. (53)
Als dann „Blaines Schädel wie eine Eierschale zerbrach“ (54), weil Cairn einmal richtig zulangte, muß er fliehen – zum Planeten Almuric, wo er sich gegen ungezählte menschliche Feinde, Flügelwesen und Bestien so richtig austoben kann”.
„Ich war frei“ (55)
,,Das Aufjaulen derer, die meine Fäuste erwischten, war Musik in meinen Ohren“ (56)
„Blind stieß ich meine Waffe nach oben, fühlte, wie das Schwert in lebendes Fleisch eindrang. Eine warme, scharf riechende Flüssigkeit spritzte über meinen Arm, und wieder brüllte das unsichtbare Ungeheuer, diesmal vor Schmerz, und wälzte sich fort.“ (57)
„Wilde Streiche, das Klirren von Stahl auf Stahl in wütender Parade, und dann drang mein Schwert auf einmal in seinen Körper, durchbohrte ihn unter dem Herzen, bis die Spitze aus dem Rücken ragte.“ (58)
Immerhin ist ,,Almuric“ – zumindest in der deutschen Obersetzung – gemessen an „Conan“ vergleichsweise unblutig, reicher an phantastischen Elementen und sogar ein bißchen engagiert aufseiten der Unterdrückten (59) Der Söldner Conan hilft immer nur sich selbst und vielleicht noch der Frau, mit der er die Nacht verbringen will – Cairn eint die Eingeborenen zum Kampf gegen ihre Unterdrücker, die geflügelten, menschenfressenden Yagas, zerstört die Strukturen der Fantasy-Welt Almuric. Eine Ausnahme, die das Thema im Rahmen der HF ungeeignet für Fortsetzungen macht. Ansonsten findet man überall die beliebten Klischees der HF: heroische Muskelberge im Lendenschurz mit Schwert oder Doppelaxt, zarte, schöne Frauen mit langem nachtschwarzen Seidenhaar und weißer Haut – ein bißchen wilde Gazelle, ein bißchen scheues Reh, sinnliches Tierchen für die Nacht und williges Tierchen für die Hausarbeit...
Alan Burt Akers Scorpio-Romane (60) und Lin Carters Abenteuer vom „Grünen Stern“ (61) sind neueren Datums und so wie die Schinken von Burroughs angelegt. Bei Akers gerät der napoleonische Seeoffizier Dray Prescot Abenteuer für Abenteuer auf den Planeten Kregen, wenn ihm ein Skorpion erscheint, bei Carter schlüpft ein verkrüppelter Erdenmensch in den Körper des Helden Chong auf dem „Grünen Stern“. Während hier die Helden zeitweise ihre irdische Existenz wieder aufnehmen – was bei Burroughs mit John Carter ebenfalls passiert und von diesem vielleicht Winsor McCays Comic „Little Nemo“ entlehnt wurde, wo der kleine Träumer bei Tagesbeginn aus dem Phantasiereich in sein Bett zurück muß – hält es John Normans Tarl Cabot, der ebenfalls von der Erde kam, in den Gor-Romanen (62) länger aus in seiner neuen Umwelt. Die drei Zyklen haben eine ganze Reihe von Gemeinsamkeiten, vor allem jedoch, die, daß die Helden zwar reichlich Abenteuer in archaisch-phantastischen Kulturen erleben und letztlich dort auch ,,heroische“ Taten vollbringen, sind dabei aber nicht so total fixiert auf die heldischen Führerfiguren, wie das bei HOWARD der Fall ist.
Die Fantasy-Struktur entwickelt hier ein gewisses Eigenleben, bei AKERS und NORMAN mehr als bei CARTER. In den Romanen von NORMAN und AKERS sind inmitten der barbarischen Umwelt auch Einflüsse von Technik bzw. höherentwickelten Kulturen spürbar. Der Roman ,,Die Priesterkönige von Gor“ z.B. verläßt beinahe den Rahmen des Genres und wird zu einem SF-Roman mit Extraterrestriern, die – hochtechnisiert – im Untergrund leben und intrigante Kämpfe um den Fortbestand der nach Ameisenart lebenden Rasse ausfechten. Dennoch sind die SF-Elemente nicht ausgeprägt genug, um diese Zyklen der Science Fantasy zuzuschlagen. Im Vordergrund stehen doch eindeutig die Muskelmänner, schönsten Frauen (am liebsten Königinnen, Prinzessinnen oder Töchter anderer hochgestellter Persönlichkeiten – wenn man den HF-Autoren glauben darf, warten in Raum und Zeit ungezählte Königskinder weiblichen Geschlechtes auf einen Recken unserer Epoche), Wilde, Amazonen, Sklaven und Sklavenhandel, Schwertkämpfer und Kriege, Seeschlachten, Galeeren, Baummenschen, Götter, Kulte, Blut, gespaltene Schädel und abgeschlagene Glieder.
Das Blut macht den Boden glitschig.“ (63)
Auffällig wird oft die Nacktheit der Helden betont und die Sexual-Symbolik des Hineinbohrens und Hineinstechens ist ebenfalls nicht zu übersehen. Es wird allerdings auch vergleichsweise häufig kopuliert, vor allem im GOR-Zyklus, der außerdem die Besonderheit aufzuweisen hat, daß in ihm der Held Tarl Cabot eine Entwicklung durchmacht, in dem er immer mehr die Gesetze seiner neuen Heimat verinnerlicht und so rücksichtslos machtgierig und engherzig wird wie seine Umgebung. Sexualität in der HF hat allerdings wenig Befreiendes an sich, sondern ist der Pascha-Mentalität und den Vergewaltigungsphantasien frustierter Kleinbürger entwachsen. Frauen benutzt man wie Konsumartikel und wirft sie nach Gebrauch weg – was hier oft bedeutet, daß sie der Sklaverei und Prostitution übergeben werden.
CARTERS (64),.Grüner Stern“-Romane könnte man noch am ehesten der Science Fantasy zuschlagen, zumal der Autor selbst sich rühmt, versucht zu haben, in der Art von BURROUGHS zu schreiben, die Schmöker als „Liebesbriefe“ (65) an den Meister versteht. Aber auch CARTER, geprägt als HF-Fan und Conan-Mitautor, setzt die Schwerpunkte so, daß weniger Fantasy als „Heroic“ herausschaut.
ANDRE NORTONS,,Hexenwelt“-Zyklus (66) gehört mit Einschränkungen in diese Untergruppe der HF. Denn eigentlich weist nur der erste Band Bezüge zur SF auf, wenn ein früherer Colonel der US-Armee zur Hexenwelt gelangt. Die weiteren Romane lösen sich dann weitgehend von der Person des Helden und schildern nur noch die mannigfachen Kämpfe und Intrigen zwischen Hexen, Zauberern und Dämonen. Die Abkömmlinge des einstigen Helden sind zu Hauptfiguren aufgerückt. Die „Hexen“ haben übrigens – nach einer Ausbildung ihrer Talente – Fähigkeiten wie Hypnose, seherisches Können und Telepathie mit Hilfe von Juwelen, leben matriarchalisch und sind die Nachfahren einer „alten Rasse“.
Die zweifellos erfolgreichen und beliebten Romane der NORTON sind ein Rätsel in sich, da sie oberflächlich und schlecht geschrieben sind, nirgendwo spannend oder phantasievoll, dafür aber kitschigen Seelenadel und schöne Körper anbieten. Wahrscheinlich fasziniert an ihnen die immer wieder reproduzierte Naivität, eine Mischung aus schierem Unverständnis und schlichtem Gemüt.
HUGH WALKER, Pseudonym für HUBERT STRASSL (67), hat bislang fünf MAGIRA-Romane geschrieben (68), die einem Brettspiel entwachsen sind, das STRASSL mit seinen Kumpanen bei Treffen des HF-Fanclubs FOLLOW (69) seit etwa neun Jahren zu spielen pflegt.
„Viele Schlachten haben stattgefunden und sind Geschichte geworden“ (70),
vermerkt er stolz und meint damit sein Brett. In den Romanen gerät ein MAGIRA-Spieler in die Welt seiner Figuren und erlebt einen Aufguß jenes Suds an HF, den STRASSL jahrelang begeistert konsumiert hat: Priester, Götter, schöne Frauen, Folter, Dirnen, doppelschneidige Schwerter, Ringen um die Macht.
„Aber es sind nicht allein die Spieler, die ringen, und die Könige – es sind auch noch andere geheimnisvolle Mächte daran beteiligt.“ (71)
Alles soll laut STRASSL den Regeln jenes Spiels gehorchen, „das gespielt werden muß, damit eine Welt abläuft, gelenkt von der Logik des Verstands, ohne die Hemmungen des Mitleids oder Gewissens“, (72)
Eine in HF übersetzte Zwangsvorstellung von Menschen, menschlicher Gesellschaft, der Umwelt und ihren Gesetzmäßigkeiten. Und nicht zuletzt ist es das ja, was den Kleinbüger am meisten fasziniert: Schicksal spielen zu dürfen, selbst die Würfel zu werfen.
HUBERT STRASSL war auch der Initiator der bisher einzigen Fantasy-Heftreihe in der BRD: DRAGON, SÖHNE VON ATLANTIS (73). Hier schrieben außer STRASSL auch die PERRY RHODAN-Autoren VOLTZ, KNEIFEL, VLCEK, DARLTON und TERRID über die atlantischen Recken in einer neuen Phantasie-Welt, in der sich die Guten und die Bösen die Schwerter um die Ohren hauen. (74)

3.4.2. Hcroic Fantasy mit historischen und realistischen Momenten

In diesem Teilbereich greifen besonders Elemente aus romantischen Abenteuerromanen, historischen Ritterromanen und Piratenromanen. Der Gattung zuzurechnen ist zweifellos ,,PRINZ EISENHERZ“, die Comic-Serie von HAL FOSTER (75). Es gibt dort einen heroischen Schwertkämpfer, eine mit fiktiven Versatzstücken angereicherte mittelalterliche Welt und gelegentlich etwas Phantastik in Form von Zauberern, Riesen, Drachen oder einem magischen Schwert „PRINZ EISENHERZ muß deshalb erwähnt werden, weil ihre Verbreitung die der herkömmlichen HF bei weitem übertrifft und ihr Erfolg oftmals als Vorbild für neue Versuche in diesem Genre gedient haben mag. Ähnliches gilt für TARZAN von E.R. BURROUGHS (76). Diese Serie ist mit den ersten Abenteuern seit 1912 auf dem Markt und war der mit Abstand größte Erfolg, den BURROUGHS hatte und wurde über die Buchform hinaus in Film-, Fernseh – und Comic-Form vermarktet (77). Wenn BURROUGHS schon mit den Mars – und Venus-Romanen Einfluß auf das Genre zugestanden werden muß, dann erst recht mit TARZAN. Der Held, ein unter Affen großgewordener Abkömmling eines englischen Lords, trägt Lendenschurz und Muskeln, besteht Abenteuer in verlassenen Goldstädten Afrikas, wird mit merkwürdigen Kulten und Riten konfrontiert, kämpft gegen Tiermenschen. Und nicht zu vergessen: schon hier kehrt der Held gelegentlich in die Zivilisation zurück und lebt – gewissermaßen als sein anderes Ich – ein ganz normales Leben, bis wieder ein neues Abenteuer lockt.
Solomon Kane ist eine weitere Heldenfigur von Robert E. Howard, die in diversen Kurzgeschichten auftaucht (78): Howards erster HF-Serienheld überhaupt. Die Handlung vollzieht sich etwa im 15. Jahrhundert und ist streckenweise nichts anderes als ein besonders blutiges Mantel-und-Degen-Abenteuer.
”Stumm brach der Franzose mit gespaltenem Schädel in die Knie.“ (79)
,,Kane schlitzte ihm mit dem Dolch in der Linken den Bauch auf.“ (80)
Hinzu kommen dann Fantasy-, vor allem Weird Fiction-lngredienzcn wie Magier, Kulte, Geister. Motiviert wird das Geschehen durch den Wunsch, irgendetwas oder irgendwen zu rächen – eine gute Rolle für Charles Bronson.
Bran Mak Morn (81) ist ebenfalls ein Howard-Held, dieses Mal ein Führer der Pikten, der mit seinen Leuten vor allem gegen die Römer zu Felde zieht. In einer Bran Mak Morn-Story bemühte Howard gleich noch einen zweiten Barbaren und Serienhelden: Kuli von Atlantis (82) wird aus der Vergangenheit zu den Pikten verschlagen und greift in den Kampf ein. (83) Die Beigabe wie gehabt: Kulte, Riten, Magie und viel Grausamkeit. Allerdings wirken in den Bran Mak Morn- und Solomon-Kane-Abenteuern die phantastischen Elemente in ihrer monotonen Wiederholung ziemlich aufgesetzt und man begreift, daß hier ein Klischee erfüllt werden mußte. Das folgende Gedicht illustriert ganz gut jenes Verständnis von „heroischer“ Geschichte, das hinter solchen Abenteuern steckt:
„Der Wolf an der Macht
Spottet der Nacht.
Da drängt an das Licht
Von neuem ein Volk,
Ein Schatten von gestern,
Zu beständigem Ruhm,
Die Schwingen des Sturms
Verbreiten die Kunde
Rasch von der
Rückkehr Einer alten Nation.
Flieht, Wolf und Drache!
Der Pikte jetzt lacht.“
Und das ganze wird eingeleitet mit dem Satz: ,,Heil dem Retter Ich sehe das Piktenvolk neuem Glanz entgegen gehcn!“ (84)
Phantastischer sind die Einfälle von Michael Moorcock im Runenstab-Zyklus (85) und in den Elric von Melnibone-Abenteuern. (86) Elric ist fast ein Anti-Held, ein Albino, den niemand mag, eine Art Ewiger Jude, der seine eigene Epoche überlebt hat und düster durch die Welt wandern muß, verhängnisvoll mit seinem blut- und seelendurstigen Schwert Sturmbringer verbunden, das ihn gegen seinen Willen immer wieder zwingt, selbst seine besten Freunde umzubringen. Der Runenstab-Zyklus handelt in einem fiktiven Mittelalter, in dem eigenartige Dinge geschehen. Ein „Londra“ ist die Hauptstadt eines ,,Dunklen Imperiums“, das sich über ganz Europa auszudehnen droht. Drohungen und Prophezeiungen gehen um; ein bißchen erinnert das manchmal an die Stimmung bei Tolkien, obwohl Moorcock nicht dessen Tüftel-Genie und langen Atem besitzt. Es gibt seltsame Magie-Maschinen, Fluggeräte, dressierte Riesenvögel, mit denen man fliegen kann, phantastische Waffen – die technischen Geräte immer als eine Kombination aus Wissenschaft und Magie –, dazu eine Palette von Magiern und seltsamen Geschöpfen. Dorian Hawkmoon, der zum Ritter des Runenstabs wird und gegen die bösen Mächte antritt, erhält im ersten Band ein Juwel in den Schädel eingesetzt, mit dem der Gegner ihn kontrollieren und töten kann. Bizarre Einfälle dieser Art heben Moorcock aus der Masse des anderen Metzgelateins heraus, obwohl auch er den Gesetzen des Genres weder entfliehen kann noch will. Es mutet schon beinahe wie Wahnwitz an, aber er bringt es tatsächlich fertig, Kriegsheere mit allerlei phantastischem Gerät aufeinander zu hetzen und sodann – auf dem Höhepunkt – alles zu vergessen und die Hauptakteure mit ihren lächerlichen Schwertern schädelspaltend aufeinander einhacken zu lassen.
„Die Schwerter trockneten kaum noch, ehe sie erneut Blut zu kosten bekamen. Die Äxte wurden stumpf von ihrer tödlichen Arbeit.“ (87)
Darauf läuft es bei der HF letztlich immer wieder hinaus: daß Schädel gespalten, Knochen geknackt, Körper aufgespießt und aufgeschlitzt, Köpfe abgeschlagen und Frauen vergewaltigt werden. Das Ritual des Genres wie das Showdown im Western. Das ist es, was Straßl meint, wenn er begeistert schreibt:
,,Der Schweiß, das Blut, Tragik und Wut und Enttäuschung und Grauen. Das ist phantastischer Realismus.“ (88)
Und das muß es wohl auch sein, was Moorcock vorschwebte, wenn er verkündet:
„Wesentlich ist, wofür man den gewählten Stoff verwendet, nicht der Stoff selbst.“ (89)
Was könnte er sonst gemeint haben?

3.4.3. Hardcore Heroic Fantasy

In dieser letzten Untergruppe sollen drei Zyklen betrachtet werden CONAN von ROBERT E. HOWARD u.a. (90), BRAK, DER BARBAR von JOHN JAKES und der SCHWERTER-Zyklus von FRITZ LEIBER. Thematisch gehören diese drei Serien enger zusammen als andere Serien der HF, obwohl sie nach dem Willen der Autoren in Raum und Zeit denkbar weit auseinander liegen. LEIBERS Fantasy-Welt Nehwon liegt vage irgendwo in anderer Zeit und Dimension, Braks Planet in einem Paralleluniversum und Conans Heimat ist das sogenannte hyborische Zeitalter der Erde. Tatsächlich kommt es aber recht wenig auf die genaue Lokalisierung an, weit weniger noch als bei den bisher behandelten Zyklen, und man findet auch höchstens mal im Vorwort oder als Klappentext einen entsprechenden Hinweis. Wichtig ist allein, daß es sich um „Barbaren“-Welten jenseits jeden Zugriffs handelt, die statisch vor sieb hindämmern, stetige Kulisse für die heroischen Abenteuer der Helden-Abenteuer, die Geld, Gold, Juwelen, Königsthrone und schöne Frauen mit wechselndem Kriegsglück hin – und herschieben, ansonsten aber nichts verändern und nichts bewegen. Götter und Dämonen werden herausgefordert und bekämpft, aber niemals endgültig besiegt. CONAN erreichte in Amerika eine Gesamtauflage von über 3 Millionen Exemplaren und wird auch in der BRD fleißig nachaufgelegt. LEIBERS SCHWERTER-Zyklus ist kaum weniger populär.
JOHN JAKES ist noch ein bißchen der arme Verwandte in dieser Runde was den Erfolg angeht. Vielleicht weil er nicht ganz so blutig ist wie HOWARD und nicht so pfiffig wie LEIBER. Sein BRAK, DER BARBAR (91) jagt wie Moorcocks Helden einer mysteriösen Bestimmung nach, hier dem Lockruf des Goldenen Khurdisan, einem fernen Land, das er wohl erst erreichen wird, wenn der Autor stirbt: Angeblich hat dieser den Schluß der Abenteuer für die Nachwelt bereits niedergelegt und versiegelt. JAKES bringt eine Zivilisationsfeindlichkeit mit, die HOWARD gefallen hätte. Sein unkomplizierter Barbar bricht nur mit Widerwillen auf, die Städte zu überwinden, die zwischen ihm und seinem Ziel liegen. Dort legt er sich mit Dämonen und ihrer Sekte an, die ihm fortan das Leben sauer machen und ihn hindern wollen, das Goldene Khurdisan zu erreichen. Damit ist auch schon fast alles gesagt, denn der Rest sind die bekannten Kämpfe, Frauen, Diebe, Dirnen, Ungeheuer und Kulte, immer Yob-Haggoth und seine Meute im Nacken. Und natürlich:
„Nestors Augen traten aus den Höhlen, und er stieß einen letzten Schrei aus, ehe das Schwert sich durch seine Kehle bohrte. (92)“
„Die Waffe entfiel den Händen des Aufgespießten. Seine Füße schlugen im Todeskampf um sich, und seine Augen starrten weit aufgerissen auf Brak.“ (93)
„Brak zog sein Breitschwert ,Du feister Jämmerling! Wenn Du nicht sofort zu wimmern aufhörst und meine Fragen beantwortest, spalte ich Deinen Schädel.“ (94)
FRITZ LEIBERS SCHWERTER-Zyklus (9S) schildert die Abenteuer der Schwertkämpfer Fafhrd und Grauer Mausling. Das gegensätzliche Freundespaar – der große Nordländer mit Langschwert, der kleine Südländer mit Rapier – schlägt sich mehr schlecht als recht durch die Welt Nehwon und agiert vor allem in der Stadt Lankhmar. Die beiden, die manchmal ein bißchen gespreitzt wie dem Geschehen entrückte verarmte Gentlemen wirken, liefern sich mitunter ganz lustige Dialoge und ein positiver Aspekt ist immerhin, daß ihre Stärke in ihrer Freundschaft und Zusammenarbeit liegt. Sie werden von der Diebeszunft bekriegt, gelten aber selbst als recht gerissene Diebe und Räuber, kämpfen gegen Zauberer und Rattenbrigaden und arbeiten oft im Sold für die Ziele anderer. Man muß LEIBER zugestehen, daß er den Job nicht ganz so verbissen sendungsbewußt sieht wie viele seiner Kollegen. Die kürzeren Stories – etwa „Die besten Diebe von Lankhmar“ (96) – sind mitunter ganz erträglich, die Romane dagegen fad und faul. Und letztlich läuft eben doch alles – den coolen Sprüchen zum Trotz – in den wohlvertrauten Bahnen, nur nicht immer gleich so vordergründig. LEIBER kann es sich leisten, mal eine Story einzuschieben, die nur von kleinen Gaunereien oder gar vom Gevatter Tod berichtet, der es nicht schafft, die Helden abzurufen. Schließlich wird aber, wie das Amen in der Kirche, unweigerlich dem Genre gegeben, was dem Genre wert und lieb ist: zarte Mädchen und heiße Tode.
„ ... hieb er fast beiläufig zu und spürte wie die Schneide ihr Ziel traf. Der junge Mann war sofort tot, seine regelmäßigen Züge waren durch Fafhrds Axt entstellt.“ (97)
„ ... und dann seine Belohnung zu kassieren (am liebsten ein hübsches Mädchen mit zwei Goldsäcken in den Händen).“ (98)
„Wie ein katapultgctricbencs Geschoß zerschmetterte der Krug den Schädel des alten Mannes und bespritzte Stuhl und Tisch mit seinem Gehirn.“ (99)
„Er kam mit zwei blitzschnellen Stößen zum Ziel – der erste eine Finte auf den Bauch, der andere ein Hieb, der dem Mann den Hals durchtrennte.“ (100)
Wir haben dieser Untergruppe der HF den Namen,,Hardcorc“ gegeben, weil sich hier am klarsten manifestiert, was im Zentrum des Genres steht, worauf viele Autoren zusteuern, es aus Rücksicht auf die Trägerliteratur Sciencc Fiction oder Fantasy aber nicht immer durchsetzen können, und was HF-Fans als Ideal ansehen: in Literatur umgesetzte nackte Ideologie, unter weitestgehender Ausschaltung von Details, die in irgendeiner Weise mit Realität und Vernunft zu tun haben. Die Flucht in die Traumwelt wird abgelöst durch einen Rauschzustand geistiger Barberei.
König der Gattung ist deshalb CONAN von ROBERT E. HOWARD, (101) denn bei ihm fließt, was anderswo nur tropft. Raubend und mordend zieht Conan als Söldner durch seine Welt, „spaltet Schädel“, „rammt sein Schwert in den Bauch“, hackt Glieder ab, „bohrt den Speer in den Körper“ „schlägt Schädel ein“, läßt sie „bersten“, „trennt den Kopf ab“, treibt seine Klinge in die Brust des Feindes“, läßt die Klinge mit solcher Wucht in den Rücken fahren, daß die Spitze auf der Brust heraustrat“. Für Geld tut er alles, ist der käufliche Handlanger jedes Herrschers für jedes Ziel. Conan ist der perfekte, auf Schwert und Phallus reduzierte Barbar. Wenn er nicht gerade andere Menschen totschlägt, dann kämpft er gegen Riesenaffen, Frostriesen, leichenfressende Dämonen, Götter, Vampire und andere Monster. Einmal wird er durch Verrat an eine magnetische Säule gezwungen, von deren Spitze sich ein schmatzender Plasmaklumpen hinabläßt. Ein anderes Mal killt er eine Riesenschlange und ein Ungeheuer, das sich menschlicher Gestalt bedient, und macht dem Mädchen, mit dem er schlafen will, das Versprechen, ihm zur Belohnung eine Stadt anzuzünden. Bei anderer Gelegenheit hilft er einer Königin gegen einen begehrlichen Zauberer und darf zur Belohnung mit der Königin auf dem Opferaltar kopulieren. Dann wieder besiegt er ein menschenfressendes. Rüsselungeheuer und befreit sein Mädchen aus den Händen einer Nebenbuhlerin, die beim Auspeitschen der Schönen ,,Blut fließen“ lassen möchte.
Conan äußert sich unverblümt über Zivilisation: das ist für ihn Degeneration, Feigheit, Verschlagenheit, Falschheit. Die Bewohner der Städte parfümieren sich und laufen in „geckenhafter Kleidung“ herum, sie treiben „Zauberkünste“ und ihre Städte sind Höhlen des Verbrechens und des Lasters. Von einem besonders schlimmen Monstrum sagt Conan einmal ganz unmotiviert, daß es sich um ein Ungeheuer handelt „wie es nur eine überzüchtete Zivilisation hervorbringen konnte“.
Hochwertige Männer und Frauen haben wie Conan eine weiße Hautfarbe – „Es genügte ihm, daß ihre Haut weiß war“, „Ich bin keine gewöhnliche Frau, wie du an meiner Haut erkennst, die weiß ist.“ – während Schwarze Kannibalen sind oder wollüstig. Die übrigen Schurken haben krumme Nasen, einen lautlosen Schritt oder eine gelbe Hautfarbe. Und Angehörige eines bestimmten Volkes tituliert er grundsätzlich als „hyrkanische Hunde“.
Er gewinnt und verliert Frauen und Königreiche. Was ihm bleibt ist sein rauher, aber herzlicher Ton:
„Bei Crom, Mann, wenn Du nicht schneller Fahrt aufnimmst, wird Blut fließen!“ (101)

3.4.S. Exkurs: Heroic Fantasy im Comic-Strip

Die ersten, heutzutage schon klassischen Fantasy-, Science-Fantasy – und Heroic-Fantasy-Comics erscheinen teilweise bereits in den dreißiger Jahren und noch eher. Zu nennen wäre vor allem Flash Gordon und Alex Raymond, dessen spätere graphische Brillanz allerdings auch nicht über die Mischung aus Rassismus, Herrenmenschtum und primitivste Charakterenbezeichnung, die diesen Strip ausmacht, hinwegtäuschen darf.
Durch den anwachsenden Sword-and-Sorcery-Boom wurde der amerikanische Marvel-Vcrlag dann erst im Jahre 1970 auf die Idee gebracht, auch die Heroic Fantasy in Comicform auszunutzen. Wegbereiter dafür war und ist heute noch der Autor Roy Thomas, der z.B. bislang alle Conan-Comic-Versionen getextet hat. Der moderne Comic-Strip zeigt sich in Serienform. In ihrem Band „Zum Thema Gewalt in Superhelden Comics“ (Basis-Theorie 2, Basis-Verlag, Berlin 1974) führen Dagmar v. Doetinchem und Klaus Hartung aus: „Es werden keine Einzelgeschichten oder Einzelhefte verkauft, sondern Serien. Die erschienenen Hefte sollen von dem Käufer nicht als dauerhafter Besitz, sondern als schnell zu verbrauchende Ware benutzt werden. Die Ware muß so aussehen, daß sie zum Verkauf reizt. Aber da sie Teil einer Serie darstellt, darf sie nichts Neues bieten, sondern nur Bekanntes, d.h. das, was zum Seriencharakter eben gehört. Das bedeutet: die Comic-Serien müssen ständig alte Inhalte als neue verkaufen. Sie müssen der möglichen Erkenntnis des Lesers mindestens um eine Nummer voraus sein.“ (S 147)
Solchen Bedingungen kommt es natürlich zugute, wenn man auf ein Thema zurückgreifen kann, das ständig alte Klischees in einigen neuen Abwandlungen bringt. Solch ein Stoff ist zweifellos die Howardsche Conan-Reihe, und so erwarb Marcel die Rechte für die Comic-Adaption.
Stan Lee, Marvel-Overboß, hat mit der Entwicklung dieser Reihe absolut nichts zu tun, Er weiß bis heute noch nicht, was Conan eigentlich ist. Roy Thomas, der Autor und zeitweilige Marvel-Gesamtherausgeber, textet allein in eigener Verantwortung und wählte als Zeichner den bis dahin ziemlich unbekannten Barry Smith, einen Engländer, der die Heroic Fantasy laut eigenen Aussagen für „Scheiße“ befand, bis daß er Howards „The Tower of the Elephant“ las und dann von dieser Story bekehrt wurde.
Smith ist womöglich das größte graphische Talent, daß Marvel je aufgetrieben hatte. Seine ausgezeichneten Zeichnungen und die Texte (die sich in Blutrünstigkeit, Rassismus und faschistische Ideologie im allgemeinen in nichts von Howards Conan unterschieden, den sogar an diversen Stellen noch übertreffen) verschafften Conan einen kaum erwarteten kommerziellen Erfolg: heute ist „Conan“ die Marvel-Serie mit den höchsten Verkaufs- und Auflagenziffern. Der langjährige Marvel-Hit „Spider-Man“ ist weit abgeschlagen.
Die Serienthematik hatte zur Folge, daß dieser Kommerz der farbigen Hefte (die 1970 noch 15 Cent kosteten, heute schon bei 30 angelangt sind) ausgeweitet werden mußten. Es folgten Conan-Großbände mit doppeltem Inhalt und doppeltem Preis, sowie Schwarz-Weiß-Magazine, die hauptsächliche direkte Howard-Story-Adaptionen bringen. „Da der Name Howard“ bei Marvel zu einem Garanten für hohe Verkaufsziffern geworden ist, hat Roy Thomas auch andere Howard-Geschichten (Western, Oriental-Abenteuer, etc.) kurzerhand „umgeschrieben“, also in das Conansche Zeitalter gepresst.
Natürlich löste „Conan“ bei Marvel eine direkte Sword-and-Sorcery-Welle aus. Es folgten Kull-Adaptionen (auch nach Howard), sowohl in Farb- als auch Schwarz-Weiß-Form. Die Reihe „Ka-Zar“ (eine Art Tarzan, der in einem Vorzeit-Dschungel jenseits der Antarktis haust und dort Held des Dschungels ist) erlebte einen enormen Aufschwung. Aber das war erst der Anfang.
„Red Sonja“, eine Frauengestalt, die in Howards Stories nur kurz vorkommt, gefiel Thomas anscheinend so sehr, daß er sie in Conan praktisch als Dauergast aufnahm und ihr dann auch eine eigene Serie verlieh“, „Skull“ ist eine Fantasy-Reihe mit recht wirr gemischten Einflüssen – Zeitreise, alte aber existente Kulturen, schon bekannte Marvel-Serienhelden – hier wurde des Guten zuviel getan. Die Serie konnte sich nicht durchsetzen.
Aber auch der direkte Konkurrenzverlag von Marvel, DC NATIONAL COMICS, wollte sich die Sword-and-Sorcery-Welle nicht entgehen lassen. Er warf eine Reihe von Serien auf den Markt, die über kurz oder lang jedoch alle eingestellt werden mußten. Die erste war ,,Sword of Sorcery“, Storyadaptionen nach Leiber, mit seinen Helden Fafhrd und dem Grauen Mausling. Dann folgte „The Stalker“, eine Serie um einen Heroic-Fantasy-Helden, der seiner geraubten Seele nachjagt. „Tor“ schildert die Abenteuer eines Steinzeitmenschen, „Kong“ die eines Neandertaler-Jungen. „Beowulf‘ ist eine Adaption nach der klassischen Sage, hier jedoch mehr oder weniger in Comic-Form gebracht. „Warlord“ ist eine typische Edgar-Rice-Burroughs-Serie, mit der derselbige allerdings nichts zu tun hat – nur die Idee hat er geliefert: „Hercules“ schließlich spielt nach dem dritten Weltkrieg, benutzt die Mythologie der griechischen Götter. Ein direktes Conan-Plagiat ist „Claw“, ein Mensch mit einer Klauenhand, der von dem Conan-Inker Chua gezeichnet wird. Wen wundert es da, daß „Claw“ „Conan“ ähnelt wie ein Ei dem anderen.
Von der Aussage her gilt für diese Comic-Reihe das gleiche, was schon zu den Originalstoffen gesagt wurde. Die graphische Fassung des Originalstoffes verdeutlicht jedoch gewisse Tendenzen. So ist Marvels „Conan“ absolut nicht identisch mit dem Howardschen. Aus dem bulligen Conan mit kurzem Haarschnitt machte der Marvel-Zeichner Smith einen edel und hochgewachsenen, schlanken, mit schwarzem, schulterlangem Haar geschmückten Bilderbuchathleten, der die diversen Gemetzel übersteht, ohne daß nachher Narben übrigbleiben. Auch erreichte die eigentliche Brutalität in den Comics einen nach den fünfziger Jahren niemals mehr dagewesenen Höhepunkt. Enthauptungen, Schwerter, die die Brust durchstoßen oder aufreißen, die Abtrennung von Gliedern, Schwertschlachten bis auf den letzten Mann mit sich auftürmenden Leichenbergen, Verstümmelungen, kaltblütige Abschlachtungen – alles wird bis aufs letzte Detail völlig realistisch dargestellt, vor allem in den Schwarz-Weiß Serien, die nicht dem Comic-Code unterworfen sind. Diese Ideologie der Sword & Sorcery muß nun noch verdeutlicht werden.

4. Zur Ideologie der Heroic Fantasy

Nachdem auf den vorstehenden Seiten einige repräsentative Beispiele aus dem Genre vorgestellt wurden, soll nun versucht werden, die Grundmuster der HF festzuhalten und ihren Rahmen zu bestimmen.
„Glorifizierung und Ausschmückung der Wahrheit ist bereits ein erster Schritt zur Fantasy.“ (103)
Ob Hubert Straßl hier „Wahrheit“ mit Realität oder bestimmten Ideologien gleichsetzt, ist zunächst nicht ganz klar, doch er fährt fort: ,,Glaubhaftigkeit und Realität... ist auch nicht so wichtig. Wichtig ist vielmehr das Abenteuer, der freie Fluß der Phantasie und blutvolle Gestalten, die uns mitempfinden lassen.“ (104)
Die Glorifizierung von Realität entfällt somit. Zu fragen bleibt jedoch, was also glorifiziert wird. Die Antwort könnte sein: körperliche Stärke (etwa bei den Barbaren Conan und Brak). Das würde allerdings nicht Gestalten wie Leibers Grauer Mausling oder Moorcocks Elric umfassen. Was allen Helden der HF gemeinsam ist, schildert Straßl selbst an anderer Stelle: ,,magisch-mythisches Weltverständnis“ (105), ihn: Autoren eint ,,Mystifikation“ und die Ausschaltung „kalter Vernunft“ (106).
Ein zweites Merkmal der HF ist eine spezifische Einstellung zur Gewalt, d.h. zur Unterdrückung und Tötung anderer Menschen, die hier nicht nur von den Schurken, sondern in erster Linie von den Helden begangen wird. Moorcocks Elric differenziert noch am meisten, bevor auch er dem Affen Zucker gibt : Elric warnt die Freunde sogar vor seinem unheilvollen Schwert und versucht sich halbherzig seinem Schicksal entgegenzustemmen – vergeblich natürlich –, bevor er sie niedermacht. Die anderen Helden der HF haben kaum Tötungshemmungen, töten aus oft geringfügigen Anlässen wahllos und en gros.
Drittes Merkmal der HF ist ein mit der statischen Fantasy-Welt zumindest der Serien gekoppelter Fatalismus. Die Strukturen dieser barbarischen Welten werden so gut wie nie in Frage gestellt, aber selbst das persönliche Aufbegehren bleibt auffällig oft im Rahmen eines kalkulierten Einsatzes um persönlicher Vorteile willen (Gold, Macht, Frauen). Die Helden sind nicht selten als Räuber, Diebe, Glücksritter oder Söldner angelegt.
Viertes Merkmal ist die bedingungslos vertretene Ideologie der Macht des Menschen über den Menschen. Die Helden geraten selbst recht häufig in die Rolle des Sklaven, des Geschundenen, Gefolterten, Verfolgten, akzeptieren jedoch das Vorhandensein solcher hierarchischer Ordnungen und die darin enthaltenen Rollen. Da sie selbst – durch günstige Fügungen und/oder durch eigenes Geschick – wieder in andere Rollen (bis hin zu Heerführern und Königen) überwechseln, verkaufen sie die Ideologie, daß ein solches System durchlässig ist: Jeder spielt die Rolle, die ihm zukommt
„Fantasy ist von Träumern für Träumer", (107)
eine
„magische Beschwörung“ (108)
Entrückung aus dem
„grauen und müheseligen Alltag“ (109),
der kleinbürgerliche Wunsch, nicht länger
„ein Rädchen im Getriebe einer mächtigen Maschinerie, wie es beispielsweise unsere komplizierte Zivilisation ist (zusein), sondern es liegt in seiner Hand, etwas Bedeutsames zu tun, ohne erst dem zermürbenden Mechanismus einer Bürokratie ausgeliefert zu sein“ (110).
Heroic Fantasy greift die latent vorhandene Bereitschaft des Lesers auf, die als unbefriedigend empfundene eigene Situation zu ändern, verhindert jedoch die Einsicht, daß gesellschaftliche Verhältnisse die eigene Situation bestimmen und daß diese Verhältnisse durch solidarisches Handeln mit anderen veränderbar sind. Stattdessen werden Ersatzhandlungen angeboten.
Propagandierte Ideologien sind dabei: magisch-mythisches Weltverständnis (Mystifikation intellektuell erfaßbarer Zusammenhänge); Recht des Stärkeren als Prinzip gesellschaftlichen Zusammenlebens; Verherrlichung von Gewalt, insbesondere von Totschlag; Unterdrückung der Frau; Betonung der rassischen Überlegenheit des nordischen Menschentypus; Fatalismus gegenüber hierarchischen Strukturen und ihren Folgen, etwa Kriegen; Führerprinzipien nach dem Motto: der größte Schläger und Schlächter soll unser Schicksal bestimmen; imperialistische Politik als Machtprinzip; Intellektuellen· und Kulturfeindlichkeit.
Eine Frage war eingangs noch offen: Was glorifiziert die Heroic Fantasy? Es gibt ein einziges Wort, das die vorstehenden ideologischen Einzelaussagen hinlänglich unter einen Hut bringt: Faschismus. Ober die faschistische Ideologie hinaus bieten sich weitere Parallelen zum historischen deutschen Faschismus an: Auch während der NS-Zeit erfolgte eine Hinwendung zu irrationalen Mythen (Welteislehre, Hohlwelttheorie u.ä.), es gab Herrenmenschen (Arier, Polmenschen) und Untermenschen/Sklaven (Südländer, Gürtelmenschen), das Siegfried-Syndrom, propagandierte Rückkehr zu mittelalterlichen Zünften und Ständen sowie die Barbarei von KZ und Angriffskrieg.
Der Faschismus hatte die Hauptaufgabe, die Arbeiterbewegung zu zerschlagen, um auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung ungestört Umstrukturierung, Monopolisierung und Profitmaximierung zu ermöglichen. Der Heroic Fantasy könnte die Aufgabe zukommen, einem neuen Faschismus ideologisch den Weg zu bereiten.
HUBERT STRASSL: „Gerade die Fantasy ist ein gutes Vehikel für unterschwellig eingestreute Gedanken“. (111)
Allerdings!

Hinweis: Obiger Beitrag ist eine von Uwe Anton (speziell in den Exkursen „Science Fantasy“ und „Comic-Strip“) ergänzte, erweiterte und überarbeitete Fassung der Arbeit von Hans Joachim Alpers, die als „Lendenschurz, Doppelaxt und Magie“ in dem Buch Jörg Weigand (Hrsg.): Die triviale Phantasie. Beiträge zur Verwertbarkeit von Science Fiction, Asgard-Verlag Dr. Werner Hippe KG, Bonn-Bad Godesberg 1976, erschien

(1) Vergl. hierzu: SCIENCE FICTION TIMES 138, Magazin für Science Fiction, Trivialliteratur, Unterhaltungsmedien, Bremerhaven 1976,. Dieses Heft Nr. 138 beschäftigt sich speziell mit Science Fiction-Serien.
(2) DRAGON, Söhne von Atlantis, Pabel-Verlag, Rastatt 1973/ 74, nach S5 Folgen eingestellt.
(3) HF erscheint in den USA häufig in SF-Magazinen: in der BRD werden HF-Romane und -Stories innerhalb von SF-Heft- und Taschenbuchreihen veröffentlicht. Die beiden eigenständigen HF-Reihen Dragon und Terra-Fantasy-Taschenbücher
ind unmittelbar aus dem SF-Bereich hervorgegangen.
(Bei Terra-Fantasy macht dies sogar der für HF unmotivierte Name deutlich: die Reihe ist ein Ableger der SF-Serien Terra Astra bzw. Terra -Taschenbücher
(4) Andrzej Zgorzelsky : Die Typen der in der phantastischen Literatur dargestellten Welt, in: Quarber Merker Nr. 39, Ortmann/öst. 1975 , 13. Jg., Nr . 1, S. 42 (S) vergl. Laszlo Urban: Science Fiction und Phantastik , in: Quarber Merkur Nr. 36 , Ortmann/Ö st. 1973, 11 Jg. Nr. 4, s. 14 ff.
(5) vergl. Laszlo Urban: Science Fiction und Phantastik, in:Quarber Merkur Nr. 36 , Ortmann/Öst. 1973, 11 Jg. Nr. 4, s. 14 ff.
(6) Lin Carter : Imaginery Worlds. The Art of Fantasy, New York 1973
(7) Gerhard Haas: Märchen, Sage, Schwank , Legende, Fabel und Volksbuch als Kinder- und Jugendliteratur, in: Gerhard Haas (Hrsg): Kinder- und Jugendliteratur. Zur Typologie und Funktion einer literarischen Gattung, Stuttgart 1974, S. 148
(8) Ernst Bloch: Erbschaft dieser Zeit. Erweiterte Ausgabe, Frankfurt 1962, s. 182
(9) Rudolf Schenda: Volk ohne Buch, Studien zur Sozialgeschichte der populären Lesestoffe 1770 bis 1910, Frankfurt 1970, S. 47S ff.
(10) zitiert nach Haas: Märchen ... , a.a. O.S. 1S6
(11) Das Werk wurde außerhalb der Marktzwänge des Genres in
jahrzehntelanger Arbeit fertiggestellt und ist ungleich sorgfältiger,
ausgefeilter und umfangreicher als vergleichbare
HF-Literatur
(12) Lin Carter: Vorwort zu Carter (Hrsg .): Kämpfer wider den Tod (FlasingSworda 1) Rastatt 1975 S. 7
(13) zitiert nach Hugh Walker: Vorwort zu Andre Norton: Gefangene der Dämonen, (Witch World), TF 2, Rastatt 1974, S.7
(14) Am gründlichsten Tolkien, der im Glossar u.a. Begriffe aus einer von ihm selbst entwickelten Sprache seiner Phantasiewelt und Begriffe aus deren Geschichte erläutert.
(15) Praktisch sind die faschistoiden und reaktionären Züge in der Science Fiction der kapitalistischen Länder ausgeprägt, während technokratische Grundhaltungen schon vergleichsweise „fortschrittlich" wirken.
(16) Insgesamt schrieb Burroughs 24 Tarzan-Romane.
(17) „Tarzan the Magnificent" beschäftigt . sich eindringlich mit der Bekämpfung von nach Afrika verschlagenen Nazis. Auch in den Comic-Strips wurde diese Thematik wiederholt aufgegriffen, so u.a. bei Hogarth und Manning.
(18) E.R. Burroughs: Piraten der Venus (Pirates of Venus), Aufder Venus verschollen (Lost on Venus) - beide München 1970. Krieg auf der Venus (Carson ofVenus), OdyssQiauf der Venus (Escape on Venus), beide München 1971.
(19) Deutsche Übersetzungen: E.R. Burroughs: Die Prinzessin von Mars (A Princess of Mars) - Die Götter des Mars (The Gods of Mars) - Der Kriegsherr des Mars (The Warlord of Mars), alle Alsdorf 1972, die anderen Bände der elfteiligen Mars-Serie sind nicht ins Deutsche übertragen worden .
(20) Dt. Pabel-Verlag, Utopia Großband
(21) Eine deutsche Obersetzung liegt nicht vor .
(22) u. a. in „Bruder des Schwertes", Rastatt 1975
(23) Veröffentlicht in den Pabel-Utopia-Reihen
(24) zitiert nach W. Eckert , Leigh Bracketts Mars, Ganymed Magazin 3/4, Remscheid 1973
(25) Moore, .,Jirel die Ama2JOoe", Rastatt 1976
(26) Lediglich eine Story liegt in dt. Obersetzung vor: W. Spiegl (Hrsg.), SF-5tories 23, Frankfurt 1973
(27) dt. Terra Nova 119, Pabel-Verlag, Rastatt
(27) Ullstein SF 2944, 3196, Frankfurt 1972 bzw. 1975
(29) L.S. de Camp: Der Turm von Zanid (The Tower of Zanid), Der Raub von Zei (The Search for Zei), Die Rettung von Zei (The Hand of Zei), alle Frankfurt/Main 1973
(30) L.S. de Camp: Der Schmetterlings-Thron (The Goblin Tower),München 1975: Die Uhren von Iraz (The Clocks of Iraz),München 1976)
(31) L.S. de Camp: Vorgriff auf die Vergangenheit, Frankfurt/Main 1972
(32) L.S. de Camp: Thalia - Gefangene des Olymp, Ffm 1973
(33) etwa: Im Bann der Mathe-Magie (Wall of Serpents), Ffm1974
(34) Veröffentlicht in den verschiedensten Heft- und Taschenbuchreihen, hauptsächlich bei Pabel und Moewig
(35) Jack Vance gehört neben L.S. de Camp, John Hakes, Lin Carter, Fritz Leiber, Michael Moorcock und Poul Anderson zu einer Vereinigung mit dem Namen SAGA (The Swordsmen and Sorcerer's Guild of America, Ltd), einem Klüngel, in den nur „auserwählte" lebende HF-Autoren aufgenommen werden.
(36) Moewig, Terra Nova-Heftreihe, Nrs . 130 , 134, 138
(37) Jack Vance, Planet der Ausgestoßenen, Ffm 1976
(38) in: Wollheim (Hrsg.), Bruder des Schwertes , Rastatt 197S, sowie: Jack Vance, Das Auge der Oberwelt (The Eyes of the Overworld), Eastatt 1976
(39) Jack Vance: Der Mann ohne Gesicht (Tbc Anome) – Der Kampf um Durdane (The Brave Free Men), beide München 1975, sowie Die Asutra (The Asutra), München 1976
(40) Pseudonym von Alice Mary Norton
(41) Aus Platzgründen ist hier keine Auflistung aller einzelnen Titel möglich.
(42) Die Hexenwelt-Romane erscheinen im Pabel-Verlag , Rastatt
(43) In Wirklichkeit: Edward John Moreton Drax Plunkett, Lord Dunsany
(44) in: Das Fenster zur anderen Welt, Frankfurt/Main 1971, S. 177ff
(45) ebd., S. 203ff
(46) ebd., S. 158ff
(47) Cthulhu-Geschichten von Lovecraft, August Derleth , C.A. Smith u.a. Autoren, die nach Lovecrafts Tod den Mythos fortführten, sind in zahlreichen deutschen Übersetzungen erschienen, u.a. im Insel- und Pabel-Verlag.
(48) z.B.: Saat aus dem Graabe , Frankfurt 1970 und Der Planet der Toten, Frankfurt 1971
(49) So in ,,Adomphas Garten" (in Saat aus dem Grabe, s.o. ), in dem menschliche Organe auf Pflanzen verpflanzt werden und dort zu einem bedrohlichen Leben kommen.
(50) Lovecraft stand mit vielen zeitgenössischen Horrorautorer~ ,Su
C. A. Smith , A. Derlith und R. Bloch in enger brieflicher Verbindung.
(51) Robert E. Howard , Almuric (Almuric). München 1973
(52) ebd., S 6
(53) ebd., S 6
(54) ebd., S 7
(55) ebd., S 21
(56) ebd., S 30
(57) ebd., S 68
(58) ebd., S 69
(59),,Almuric" wurde nach Howards Tod herausgegeben und „bearbeitet", d. h. vermutlich nach fragmentarischen Aufzeichnungen ergänzt und ist deshalb nicht unbedingt repräsentativ für Howard. Gleiches gilt für die späten Conan-Geschichten, die von L. S. de Camp und Lin Carter - angeblich nach Notizenvon Howard - geschrieben wurden .
(60) Alan Burt Akers: Transit nach Scorpio (Transit to Scorpio). München 1975 usw.
(61) Lin Carter: Der grüne Stern (Under the Green Star), München 1974 - Im Licht des grünen Stern (By the Leight of the green Star), München 1975 usw.
(62) John Norman: Die Priesterkönige von Gor (Priest -King of Gor), München 1974 - Die Piratenstadt von Gor (Raiders of Gor), München 1975 - Sklavin auf Gor (Captive of Gor), München 1975 usw.
(63) Akers, Transit ... , a.a. 0. , S 115
(64) Linwood Vrooman Carter , Jg 1930 , schrieb u . a. auch die HF-Serie „Thongor", die bisher noch nicht übersetzt wurde.
(65) Carter: Der grüne Stern, a. a. 0., S 138
(66) Andre Norton , Gefangene der Dämonen (Wirch World), Rastatt 1974 - Im Netz der Magie (Web of the Witch Word), Rastatt 1975 - Angriff der Schatten( Warlock of the Witch World), Rastatt 1976 usw., insgesamt bisher 7 Titel im Amerikanischen.
(67) Straßl ist außerdem die Seele des HF-Fanclubs FOLLOW, für der er in den diversen SF-, HF- und Horror-Reihen des PabelVerlages , für den er schreibt und die Terra –Fantasy-Taschenbücher herausgibt, eifrig Reklame macht.
(68) Hugh Walker : Reiter der Finsternis , Rastatt 1975 - Das Heer der Finsternis, Rastatt 1975 usw.
(69) FOLLOW- deutsch-österreichi scher Fan-Club, der Fan-Magazine
herausgibt und bei Clubtreffen u. a. Schwertkämpfe mit Holzschwertern veranstaltet.
(70) Hugh Walker: Vorwort zu Walker : Reiter der Finsternis , a. a. O.,S9 -
(71) ebd.
(72) Walker: Reiter .. . , a. a. 0. , S 72
(73) Pabel-Verlag, Rastatt 1973 / 1974 5S Hefte
(74) vergl. Kurt S. Denkena: Dragon oder ,,Sein Ziel war es, die alte Ordnung wiederherzustellen“, in : SCIENCE FICTION TIMES Nr . 136 , Bremerhaven 1975, 17. Jg., Nr. 1, S. 11 ff.
(75) z. Zt . auf dem Markt in Neuausgaben der Verlage Melzer und Pollischansky.
(76) E. R. Burroughs, Tarzan , Herr des Dschungels - Tarzans Rückkehr in den Dschungel - Tarzans Bestien - Tarzans Sohn - Tarzan und die Juwelen von Opar - Tarzan und der goldene Löwe, alle Alsdorf 1972. In Amerika sind 30 Tarzan-Bände von Burroughs erschienen.
(77) Die Comic-Serie wird seit Jahrzehnten in immer neuen Fortsetzungen veröffentlicht, wobei unter Comic-Fans die von Burne Hogarth gezeichneten Folgen am meisten geschätzt
werden.
(78) Robert E. Howard: Degen der Gerechtigkeit, Rastatt 197S - Rächer der Verdammten , Rastatt 1976
(79) Howard: Degen ... , a. a. 0., S 50
(80) ebd., S 131
(81) Robert E. Howard: Herrscher der Nacht (Worms of the Earth), Rastatt 197 S
(82) Robert E. Howard : The Shadow Kingdom, Weird Tales 1929 - The Mirrors of Tuzun Thune, Weird Tales 1929 - Kings of the Night, Weird Tales 1930
(83) Robert E. Howard: Herrscher der Nacht (Kings of the Night), Kurzgeschichte in Howard: Herrscher der Nacht, Rastatt 1975
(84) Robert E. Howard: Die im Dunkel wohnen (Men of the Shadows), Kurzgeschichte in Howard : Herrscher ... , a. a. 0., S.S6
(85) Michael Moorcock: Ritter des schwarzen Juwels (The Juwel in the Skull), Rastatt 1975 u.s.w.
(86) Michael Moorcock: Der Jademann (The Jade Man' s Eyes), in: Lin Carter (Hrsg .): Kämpfer wider den Tod, Rastatt 197S
(87) Moorcock: Ritter des schwarzen Juwels, a. a. O., S 91
(88) Hugh Walker: Vorwort zu Howard: Degen ... , a. a. 0. , S 9
(89) zitiert nach dem Vorwort von Hugh Walker zu Moorcock: Ritter ... , a. a. 0., S 9
(90) Robert E. Howard/L. S. de Camp/Lin Carter: Conan – Conan von Cimmeria - Conan der Freibeuter - Conan der Wanderer - Conan der Abenteuerer - Conan der Krieger etc ., alle München ab 1970
(91) John Jakes : Schiff der Seelen (Brak, the Barbarian), Rastatt 1974 - Tochter der Hölle (Brak the Barbarian Versus the Sorceress) - Das Mal der Dämonen (Brak the Barbarian Versus the Mark of the Demons) - Die Götzen erwachen (When the Idols Walked), alle Rastatt 197S
(92) Jakes: Die Götzen erwachen, a. a. 0., S 99
(93) ebd., S 132
(94) Jakes: Schiff der Seelen , a. a. 0 ., S 11S
(95) Fritz Leiber: Schwerter und Teufelei (Swords And Deviltry), München 1972 - Schwerter gegen den Tod (Swords Against Death), München 1972 - Schwerter im Nebel (Swords in the Mist), München 1972 - Schwerter gegen Zauberei (SwordsAgainst Wizardry) München 1973 - Die Schwerter von Lankhmar (The Swords of Lankhmar), München 1973
(96) in: Leiber: Schwerter gegen Zauberei , a. a. 0.
(97) Leiber: Schwerter gegen Zauberei, a. a. 0., S 61 f.
(98) ebd., S 38
(99) ebd., S 81
(100) Leiber: Schwerter gegen den Tod, a. a. 0. S 42
(101) vergl. Fußnote 90 . Die Conan-Geschichten wurden zum Teil - wie zahlreiches andere Howard-Material - erst nach Howards Tod veröffentlicht bzw. nach Notizen und Fragmenten von anderen Autoren ausgeführt. Die Conan-Co-Autoren sind L. S. de Camp und Lin Carter.
(102) Zitate nach Hans Joachim Alpers: Conan Schlagetot, in SCIENCE FICTIONS TIMES Nr. 122/23 , Bremerhaven 1971, 13. Jg. S 18 ff.
(103) Hugh Walker: Vorwort zu Jakes: Schiff ... , a. a. 0., S 7
(104) ebd.,S 8
(105) Hugh Walker: Vorwort zu Jakes: Die Götzen .... , a. a. 0. , S7
(106) Hugh Walker: Vorwort.,.zu Jakes: Das Mal ... , a. a. 0 ., S 8
(107) Hugh Walker: Vorwort zu Howard: Rächer der Verdammten, a. a. O., S 7
(108) ebd.
(109) Eduard Lukschandl: Vorwort zu Walker: Das Heer ... , a. a. 0., S 11
(110) Hugh Walker: Vorwort zu Norton : Gefangene der Dämonen, a. a. 0 ., S 8
(111) Hugh Walker : Vorwort zu Moorcock : Ritter ... , a. a. 0., S 9