Stanislaw Lem und die Frauen

Erstellt: Samstag, 28. Januar 2023 Veröffentlicht: Samstag, 28. Januar 2023 Geschrieben von Super User

(Ursprünglich veröffentlicht in SFT 11/84)

Versuch der Erklärung einer Abwesenheit  

Der Puritanismus der USA und die Prüderie Englands haben lange Zeit verhindert, dass die Science Fiction eine Entwicklung nachvollziehen konnte, die für den Bereich der Hoch-Literatur, spätestens seit Henry Miller und D. H. Lawrence, schon längst abgeschlossen war. Die Science Fiction war in Bezug auf Sexualität lange Zeit hindurch absolut keimfrei. Soweit es überhaupt Frauen gab, waren diese Staffage ganz im Sinne von Dale Arden und Wilma, die beiden ewigen Verlobten der beiden asexuellen Superhelden Flash Gordon und Buck Rogers. Die Science Fiction war eine Welt der Männer -sowohl in den Büchem selbst als auch der Kreis ihrer Produzenten. Der Frau einen Platz einzuräumen hätte bedeutet, den Helden mit anderen Gefühlen als Mut, Vaterlandsliebe und Aufopferungsbereitschaft auszustatten und der Frau Bedeutung zuzumessen

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Von Jerusalem’s Lot/Maine nach Boulder/Colorado

Erstellt: Samstag, 02. November 1985 Veröffentlicht: Donnerstag, 02. Januar 2020 Geschrieben von Florian F. Marzin

Anmerkungen zu drei Romanen von Stephen King

(Erstveröffentlichung SFT 11/85)

Seit 1897, jenem legendären Datum, an dem Bram Stoker seinen DRACULA veröffentlichte, ist der ruhelose Vampir auf ein mittelalterliches Interieur festgeschrieben. Dabei kommt Stoker nicht das Verdienst zu, den Vampir als Topos der phantastischen Literatur erfunden zu haben, sondern das Motiv des blutsaugenden Untoten war bis zu jenem Zeitpunkt schon in vielen Variationen von Schriftstellern bearbeitet worden. Stokers Leistung unter anderem war, in Dracula alle literarischen Stränge und unterschiedlichen Überlieferungen von Vampiren zu einem konsistenten Ganzen zusammengefaßt zu haben. Damit wurde aber die Figur des transsylvanischen Grafen auf eine bestimmte Zeit und eine kodifizierte Umgebung festgelegt, aus der sie nachfolgende Autoren nicht mehr herauslösen wollten oder konnten. Gegenteilige Versuche sind zwar vorhanden, doch ist ihr Plausibilitätsverlust proportional zu der zeitlichen Nähe unserer heutigen Epoche, wie schon Bloch in TECHNIK UND GEISTERERSCHEINUNGEN darauf hinweist, daß mit der Zeit des elektrischen Lichts die Zeit der Geister vorbei ist.

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Frauen-SF oder feministische Utopie?

Erstellt: Dienstag, 15. Januar 1985 Veröffentlicht: Donnerstag, 02. Januar 2020 Geschrieben von Barbara Holland-Cunz

(Erstveröffentlichung SFT 1/85)

"Utopien – leicht verderbliche Ware?" – so lautete der vielversprechende Titel des diesjährigen Tönnies-Tages in Kiel. Im Programm wurde u. a. eine Arbeitsgruppe zu folgendem Themenbereich angeboten: “Soziale Utopien: Emanzipation zwischenmenschlicher Beziehungen. Auswege aus der Geschlechterproblematik – Rollen- und Geschlechtertausch – Androgynie – Matriarchat."

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Michael Moorcock - ein rastloser Arbeiter

Erstellt: Dienstag, 02. Juli 1985 Veröffentlicht: Donnerstag, 02. Januar 2020 Geschrieben von Paul Holland

(Erstveröffentlichung SFT 7/85)

Michael Moorcock zählt zu den wenigen europäischen Schriftstellern, deren Werke noch immer von jungen Lesern geschätzt werden - und zwar nicht nur von jenen, die der Science-Fiction-Gemeinde angehören. Daß er den Kontakt zur jungen Generation aufrechterhalten will, bleibt wohl weiterhin gültig. Allerdings gibt Moorcock deutlich zu verstehen, daß er einen breiteren Leserkreis anzusprechen beabsichtigt und vom Science-Fiction-Genre, das ihn berühmt gemacht hat, mehr und mehr abrücken möchte.

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