Horror-Comics und Jugendschutz

Erstellt: Dienstag, 02. Dezember 1975 Veröffentlicht: Donnerstag, 02. Januar 2020 Geschrieben von Gerd Eversberg

(Erstveröffentlichung: Dezember 1975)

In den 50er und 60er Jahren ist die in Bonn-Bad Godesberg residierende Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPS) von zwei Seiten unter Beschuß genommen worden: zuerst haben sich permanent solche Mitmenschen beschwert, die sich für gute Staatsbürger hielten und deshalb glaubten, ihre eigene verklemmte Sexualität entspreche dem "gesunden Volksempfinden" der großen Mehrheit der Bevölkerung. Diesen Mitmenschen war die damalige Arbeit der BPS viel zu lasch; hätten sie zu entscheiden gehabt, hätte man vor allem Millers "Wendekreis"-Romane und Grass' "Blechtrommel" indiziert. Diese Entrüstung des "gesunden" Volksempfindens entsprach aber durchaus der Arbeit der Prüfstelle: eifrig wurde nach nackten Busen gefahndet und Hefte indiziert, die heute ein pubertierender Vierzehnjähriger keines müden Blicks mehr würdigen würde.

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Heroischer Dreck

Erstellt: Donnerstag, 01. September 1977 Veröffentlicht: Donnerstag, 02. Januar 2020 Geschrieben von Hans-Joachim Alpers

Erstveröffentlichung in SFT 3/77 von Hans-Joachim Alpers und Uwe Anton (Sept. 1977)

1. Vorbemerkung
Die folgende Arbeit soll eine Form der Trivialliteratur ins Bewußtsein rücken, die im Schatten der Science Fiction und der Weird Fiction (Horrorliteratur) nun auch in der BRD häufiger in Erscheinung tritt: Heroic Fantasy, auch Sword & Sorcery oder Schwert & Magie-Literatur genannt. Sie kommt in der Regel als Science Fiction, Science Fantasy oder schlicht als Fantasy auf den Markt, ist im Rahmen dieser Gattungen aber als wenig repräsentativer Teilbereich anzusehen.

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Frauen-SF oder feministische Utopie?

Erstellt: Dienstag, 15. Januar 1985 Veröffentlicht: Donnerstag, 02. Januar 2020 Geschrieben von Barbara Holland-Cunz

(Erstveröffentlichung SFT 1/85)

"Utopien – leicht verderbliche Ware?" – so lautete der vielversprechende Titel des diesjährigen Tönnies-Tages in Kiel. Im Programm wurde u. a. eine Arbeitsgruppe zu folgendem Themenbereich angeboten: “Soziale Utopien: Emanzipation zwischenmenschlicher Beziehungen. Auswege aus der Geschlechterproblematik – Rollen- und Geschlechtertausch – Androgynie – Matriarchat."

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Gibt es eine eigenständige deutsche Science Fiction?

Erstellt: Freitag, 02. Dezember 1983 Veröffentlicht: Donnerstag, 02. Januar 2020 Geschrieben von Wolfgang Jeschke

(Erstveröffentlichung Dezember 1983)

Lieber Leser,

als Herausgeber dieses Magazins erreicht mich fast täglich Post, zumeist sind es Briefe in der Form eines wohlwollenden Schulterklopfens (prima, weiter so!), mit dem der Käufer mir seine Zufriedenheit versichert, aber es sind auch immer kritische darunter, in denen angeregt wird, die eine oder andere Rubrik stärker auszubauen, mehr Spekulation wird gewünscht, mehr Fact-Artikel (aber auch weniger), mehr Cartoons, mehr Leserbriefe, mehr Buchbesprechungen, mehr Stories, mehr deutsche Stories immer wieder. Kürzlich riet mir ein Leser aus Genf: "Was der deutschen SF fehlt, ist ein minimales Selbstvertrauen. Viel zu viele Autoren schreiben am Fließband die ewiggleichen Geschichten, bei dem bloß der technische Dekor wechselt; andere verstecken sich hinter angelsächsischen Pseudonymen. Nur eine kleine Minderheit setzt sich für eine deutsche SF-Literatur ein. Und diese gilt es zu unterstützen und als Schwerpunkt ins HSFM einzubauen: Das heißt vor allem Novellen und Shortstories von deutschen Autoren; denn erstens fehlt ein Podium für junge Talente mit großer Streuweite und zweitens ein signifikanter Gradmesser für Tendenzen in der SF-Literatur im deutschen Sprachraum."

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Eskapistisches Kino II

Erstellt: Donnerstag, 01. November 1984 Veröffentlicht: Donnerstag, 02. Januar 2020 Geschrieben von Christian Hellmann

Erstveröffentlichung: SFT 11/84

Flucht in Fabelwelten

2. Teil: Ein neuer Irrationalismus füllt die Kassen

lndiana Jones, der synthetische Abenteurer-Typ par excellence, jagt dem heiligen Sankara-Stein oder der legendären Bundeslade hinterher, als hinge sein Seelenheil davon ab. Um das Traumland Phantasien zu retten, nimmt Atreju, ein kleiner Indianerjunge, den Kampf gegen das alles verschlingende Nichts auf. Die Suche nach der entführten Prinzessin zwingt Prinz Colwyn, das 'unbeschreibliche Ungeheuer' der 'schwarzen Festung' zu töten. In narzißtischer Verzückung präsentiert ein Barbar namens Conan seine geölten Muskelpakete, mit denen er Feinden Böses und Frauen 'Gutes' antut. All die oben angesprochenen Filme, deren Inhalt sich in der Regel in einem Satz zusammenfassen läßt, stehen für einen Trend, der das Unterhaltungskino mittlerweile seit einigen Jahren dominiert: Ein neuer Irrationalismus, propagiert durch zahllose SF- und Fantasy-Produktionen, füllt die Kassen. Dank dieses Phänomens wurden Einspielergebnisse möglich, die zuvor lediglich als Wunschträume in Produzentenköpfen existierten.

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